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Wohl des Kindes im Mittelpunkt
Farr: Tagesbildungsstätten
müssen erhalten bleiben / Idee der Inklusion richtig
STADTHAGEN (em). Einen
Abend Zeit genommen hatten sich der Landratskandidat Jörg
Farr und Vertreter der Lebenshilfe Stadthagen, um sich über
aktuelle Entwicklungen in der Zusammenarbeit zwischen Landkreis
und den Wohlfahrtsverbänden auszutauschen. Farr habe
zugesagt, sich der Sorgen der Eltern von Kindern in der
Tagesbildungsstätte anzunehmen, heißt es in einer
Pressemitteilung der SPD. Durch die zunehmende integrative
Beschulung und die UN-Vorgaben zur Inklusion sei Verunsicherung
aufgetreten. Eltern fragten sich, ob ihre Kinder zukünftig
weiter in die altbekannte Einrichtung gehen können
oder diese Einrichtungen geschlossen werden müssen.
Solange die allgemeinbildenden Schulen nicht über die
gleichen Voraussetzungen verfügten, wie die derzeitigen
Tagesbildungsstätten in Stadthagen und Rinteln mit
den besonderen Möglichkeiten einer intensiven Betreuung
und räumlichen Unterbringung, würden die vorhandenen
Einrichtungen dringend benötigt, so Farr. Sie seien
aktuell unverzichtbare Bestandteile der Schullandschaft
in Schaumburg. Derart gute Voraussetzungen lassen sich in
allgemeinbildenden Schulen nicht so schnell schaffen. "Für
mich ist der Elternwille das Kriterium, und der spricht
eindeutig für die Tagesbildungsstätten unter der
Regie der Lebenshilfen." In den Tagesbildungsstätten
wird eine fürsorgliche und fachlich fördernde
Arbeit geleistet. In kleinen Gruppen von 6 – 8 Kindern
lassen sich individuelle Leistungsstärken der Kinder
und deren Schwächen in der Entwicklung besser beobachten.
Als besonders wichtig gilt es, für jedes einzelne Kind
immer wieder Erfolgserlebnisse mit dem gemeinsamen Lernen
zu verbinden. Medizinisch notwendige Therapien durch Ergotherapeuten
oder Logopäden werden in den Einrichtungen erbracht,
die Kinder brauchen die gewohnte Umgebung nicht zu wechseln.
Der Grundgedanke der Inklusion, die gemeinsame Beschulung
von Kindern mit und ohne Handicap sei sicherlich richtig.
Nur so ließen sich mittel- und langfristig Barrieren
abbauen. Kinder seien dabei unkompliziert und fänden
schnell Gemeinsamkeiten. Bei der Umsetzung dieser Idee ist
der Landkreis Schaumburg durchaus schon weit fortgeschritten.
So werde beispielsweise die Förderschule mit dem Schwerpunkt
"Lernen" in Obernkirchen derzeit abgeschult, d.
h. in Klasse 5 werden keine neuen Schüler mehr aufgenommen.
Die Kinder werden stattdessen überwiegend in Integrationsklassen
beschult. In absehbarer Zeit lassen sich in den allgemeinbildenden
Schulen jedoch nicht die Voraussetzungen zur Aufnahme der
Schüler aus den Förderschulen für "Geistige
Entwicklung" schaffen. "Der Elternwille und das
Wohl des Kindes stehen im Mittelpunkt der Arbeit,"
so Farr, "und die klasse Arbeit der Mitarbeiter der
Lebenshilfe und der PGB ist dabei nicht wegzudenken."
Schaumburger Wochenblatt
29.09.10
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